…der Regen wurde zunehmend stärker, schließlich war es ein noch nie dagewesener Platzregen und ein Gewitter, was alles Bisherige übertraf. Die Einwohner Arégs verschanzten sich in ihren Hütten, in den Kellern, alle Türen und Fenster waren durch massive Holzplatten verschlossen worden. Auf den Mauern stand nun alles still, die Männer waren seit Monaten auf diesen Angriff vorbereitet worden. Vor den Mauern standen die Zwerge stramm und warteten auf einen Befehl. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, das Grungnór auf einen Felsvorsprung stieg.
„Stolze Zwerge! Nun stehen wir hier nach Jahren des Marsches. Nun stehen wir hier vor der Hauptstadt Arég. Nun stehen wir hier, um zu siegen! Zwerge, zieht die Waffen und vernichtet die Menschen! ZUM ANGRIFF!!!“
„Nun beginnt es also.“ Der Hauptmann auf der Mauer sah entsetzt auf die Masse der Zwerge, auf die zahlreichen Triböcke und die vielen Rammen. „Verteidigt Arég! Für uns! Für die Menschen! Für Minecraftterraria! Feuer frei!“ Die Bogen- und Armbrustschützen schossen die erste Salve gleichzeitig um einen ersten, vernichtenden Hagel zu landen. Die Pfeile und Bolzen surrten wie ein riesiger Schwarm Bienen auf die Zwerge nieder, welche wohlweißlich die Schilde hoben. Die waren aus besonders starkem Stahl gefertigt, wodurch kaum ein Pfeil durchdringen konnte. Jedoch vielen tausende Zwerge zu Boden, aber man hörte keine Schmerzensschreie. Dann waren die Zwerge am Zug…
„Katapulte!“ Kaum war der Befehl ausgesprochen, hörte man ein tausendfaches klicken und klacken, dann kamen die Steine, die brennenden Strohkugel und die Schrapnelle angeflogen. Alles war perfekt ausgerichtet gewesen, sodass die Steinkugeln in die Mauer knallten und möglichst viel Schaden anrichteten, die brennenden Geschosse flogen in die Stadt rein, sodass einige Häuser Feuer fassten und die Schrapnelle flogen genau in die Soldaten rein. Dann begann der Sturmangriff auf Arég. Die Zwerge rannten der Mauer entgegen und wie aus dem nichts tauchten Leitern auf und bewegliche Schilde, sodass die Träger nicht getroffen werden konnten. Die Rammen eilten zum Torhaus, um einen Durchgang zur Stadt zu verschaffen.
Die ersten Leitern konnten erfolgreich von der Mauer weggestoßen werden, doch diese wurden neu verwendet und es wurden immer mehr. Schließlich gaben es die Menschen auf, die Leitern wegzustoßen. Stattdessen kamen die Pikenträger zum Vorschein und stocherten die Leitern runter, sodass sie die Zwerge hinderten, hinaufzuklettern. Doch die Zwerge packten die Piken direkt, denn ihre Handschuhe waren schneidfest. Dann zogen sie mit aller Wucht an der Waffe und schließlich fielen die Soldaten runter und wurden von den Zwergen liebevoll zerhackt.
Am Tor ging es jedoch sehr heftig zu. Die Rammen konnten trotz ausgereifter Zwergentechnologie und verstärktem Stahlrammkopp nicht das Tor durchbrechen. Es war aus einem äußerst wertvollen Holz gebaut worden, aber nicht aus Hirstál Eiche. Es gab einen noch selteneren Baum, der in einer weit entfernten und einsamen Gegend wuchs. Es war eine perdónische Eibe. Es gab absolut nichts Härteres und Widerstandsfähigeres als diesen Baum. Selbst mancher Stahl war weicher als das Holz.
„Eure Majestät. Das Tor ist zu stabil. Unsere besten Rammen richten nicht mal eine Macke an. Wie lauten eure Befehle?“ „Ich übernehme das selbst. Meine Axt wird das Tor schon zähmen.“
Während Grungnór im Schutz seiner Leibwache zum Tor stapfte, ging die Schlacht weiter. Die Zwerge stürmten immer mehr auf die Mauern. Die Menschen hatten schwer zu tun mit den kleinen, wendigen Viechern. Doch wohlweißlich hatten die Aréger einige findige Ideen zu bieten. Einerseits durchtrennten sie ein Seil und es schnellten 2 massive mit Stahl besetzte Holzwände hoch, die die Zwerge in einem kleinen Mauerstück einpferchten. Andererseits gossen sie heißes Pech die Leitern hinunter. So konnten sie die Zwerge in Schach halten. Doch was sie nicht stoppen konnten, waren die Katapulte.
Es flogen immer mehr Geschosse durch die Luft. Noch konnten die Bürger dank der vielen Wasserstraßen in Arég die Feuer schnell löschen, aber umso mehr brennende Geschosse flogen, desto komplizierter wurde es. Die Mauer hingegen wurde immer wieder vom eifrigen Bürger bedürftig wieder aufgeschüttet, nachdem einige Kugeln immer an einer Stelle einschlugen. Denn die Zwerge setzten auf einem zentrierten Beschuss, was deutlich effektiver war. Jedoch hörten die Schrapnell Katapulte auf zu schießen und wechselten zu Feuerballen. Es herrschte nun ein heiles Chaos. Überall wurden Befehle gebrüllt, Soldaten flüchteten, Bürger rannten um ihr Leben, Menschen und Zwerge starben.
„So, dann werde ich euch mal den Weg in die Stadt erleichtern!“ Grungnór nahm Maß, holte aus und schlug mit voller Kraft auf das Tor nieder. Im Moment des Aufpralls entlud sich eine derartige magische Kraft, das sich ein Magiefeld um das Tor und um den zwergischen Herrscher bildete. Alles andere was innerhalb stand verpuffte zu Asche. Grungnór wurde nach hinten geschoben und zwischen Axtspitze und Tor bildete sich ein intensivier Magiestrahl. Das Schild wurde immer kräftiger und begann zu Leuchten. In der Mitte des Strahls begann es zu zischen und es zuckten Blitze hervor. Die Blitze zuckten eine Zeitlang durch die Sphäre und dann entsprangen ihr Menschen. Einer davon war König Ronaef I. Es war der Gründer Arégs gewesen und der erste König, und wohl bekannt bei allen Menschen, auch bei den Zwergen.
Denn er war es, der damals in die alten Zwergenreiche vorgestoßen war und die Kurzbeinigen dort vertrieben. Immer mehr gerieten die Kämpfe in stocken und die große Masse schaute gebannt zum Tor. Jedoch ließen sich die Menschen von dem Geist ihres Ahnen ermutigen und hackten ohne Anzeichen auf die stillstehenden Zwerge ein. So fanden viele ihren Tod. Doch die Zwerge fingen sich wieder schnell und die Kämpfe wurden wieder aufgenommen, härter als zuvor. Die Menschen kämpften mit einem sehr erbitterten Zorn, denn nun wussten sie, wie ihr Ahne gestorben ist… Ihr Hass auf die Zwerge wuchs.
Aus Grungnórs Axt entsprangen mehr und mehr Geister. Diese flogen alle in das Tor und verstärkten es so. Der Energie Strahl aus dem Tor wurde immer mächtiger, sodass der Herrscher Grungnór immer mehr nach hinten rutschte. Dann gab es einen ohrenbetäubenden Knall und darauf folgte eine Explosion. Grungnór wurde zu einem Geist, flog durch das Tor und landete in der Stadt. Doch er war keineswegs tot. Kurz nachdem er aufgeprallt war wurde er wieder leibhaftig…
Die Zwerge sahen entsetzt, wie ihr Herrscher zu einem Geist wurde. Nun war ihr Hass endgültig entbrand, und keine Disziplin konnte mehr was ausrichten. Das Tor jedoch blieb unversehrt stehen. Die Axt aus reinem Grungnórium, dem härtesten Metall der Welt, war verschwunden. Die Zwerge waren nicht mehr zu bändigen. Es begann ein Sturm auf die Mauer, der das Blatt wenden sollte. Die Katapulte schossen alle gemeinsam eine Salve auf ein kleines Mauerstück. Dieses wurde wahrlich pulverisiert. Dann brüllten alle Zwerge in einem einzigen Choral und rannten durch die Mauerlücke, sie ließen sich durch nichts und niemanden mehr stoppen.
Die Menschen versuchten verzweifelt, sich zu verteidigen, doch die Wut und der Kampfstil der Zwerge war zu enorm und zu ausgeklügelt. Die Menschen waren zum Rückzug gezwungen. „In die Altstadt! Rückzug in die Altstadt!“
Die Altstadt von Arég war deutlich besser gesichert. Sie besaß einen enormen Wassergraben, massive Mauern mit Stahlstreben und nur ein Tor, was in die Stadt führte. Auf den zahlreichen Türme waren Katapulte, Ballisten und Pechtöpfe stationiert. Und das Torhaus besaß nicht nur ein Tor aus perdónischer Eiche, sondern sage und schreibe 3 Stück. Dazwischen waren jeweils stählerne Eisengatter. Die Stadt war praktisch uneinnehmbar, auf diesem Wege. Jedoch begannen erst die Straßenschlachten. Die Bürger nahmen ihre Waffen und ihre leichte Rüstungen und warfen sich den Zwergen entgegen. Die Frauen und Kinder flohen in ihrem Schutz. Die Häuser, die in Flammen standen, wurden nun den Zwergen zum Nachteil, denn manche stürzten ein, als die Zwerge unter ihnen waren. Aber die Straßenschlachten waren besonders erbittert. Es zog sich über mehrere Tage hinweg.
Grungnór war wieder zu Bewusstsein gekommen und fand sich in einer einsamen, verlassen Gasse wieder. Vor ihm stand die Kapuzengestalt. „Grungnór. Deine Zwerge leisten gute Arbeit. Ich werde euch das Tor öffnen für ein paar Minuten. In dieser Zeit müsst in die Altstadt eindringen und das Torhaus um jeden Preis erobern. Ich muss mich wieder zurückziehen. Morgen, wenn die Sonne aufgeht. Zieht euch solange zurück und sichert die Neustadt.“ „Sehr wohl, Meister“
Am nächsten Morgen zeigte sich das gesamte Ausmaß der Schlacht. Die Mauer war komplett zerstört worden, die Häuser standen in Flammen. Die gesamte Neustadt, bis auf das Torhaus, war dem Erdboden gleich gemacht worden. Kurz bevor die Sonne aufging, standen die Zwerge bereit und sehr erwartungsvoll vor dem Torhaus der Altstadt…
„Haha, seht euch diese kleinen, grimmigen Mistviecher an! Stehen da und kommen nicht herein. Zum Brüllen!“ Der Kommandant lachte lauthals, seine Männer taten es ihm noch. Bevor sie sich beruhigen konnten, ertönte ein lautes knarren. „Was zur…!?“ Das Tor öffnete sich wie versprochen.
Die Menschen begriffen nichts, und dies nutzen die Zwerge aus und stürmten ohne Befehl in die Stadt…